HA017 We want to break Free - Die schottische Unabhängigkeitsbewegung

Was hat es mit der schottischen Unabhängigkeitsbewegung auf sich? Unabhängig wovon überhaupt und warum das Ganze? Und wie kann sich eine links-progressive Bewegung überhaupt auf einen Nationalstaat berufen?

Activists attend an anti-Conservative government, pro-Scottish independence, and anti-Brexit demonstration outside Holyrood, the seat of the Scottish Parliament in Edinburgh on February 1, 2020. - Britain began its post-Brexit uncertain future outside the European Union on Saturday after the country greeted the historic end to almost half a century of EU membership with a mixture of joy and sadness. There were celebrations and tears on Friday as the EU's often reluctant member became the first to leave an organisation set up to forge unity among nations after the horrors of World War II. (Photo by Andy BUCHANAN / AFP) (Photo by ANDY BUCHANAN/AFP via Getty Images)
(Photo by ANDY BUCHANAN/AFP via Getty Images)

Diesen und weiteren Fragen rund um die schottische Unabhängigkeitsbewegung spüren Callum Macdonald und ich in HA17 nach.
Damit setzt sich HA17 mal wieder mit einem auch tagespolitisch relevanten Thema auseinander. In Schottland wird nämlich am 6. Mai gewählt und im Rahmen der Wahl werden auch die Rufe nach einem erneuten Referendum über die schottsiche Unabhängigkeit laut.
Hört also rein, um hier einen Überblick zu bekommen und dieses wirklich spannende Movement kennenzulernen!

Wer sich hier weiter einlesen möchte, kann einen Blick in den unten gelisteten Pro-Independence-Blog werfen, den mir Callum noch empfohlen hat. Sonst geht natürlich auch das BBC bzw. BBC Scotland :

HA016 Wenn Nomen den Schlaf rauben

In HA16 spreche ich mit Jona Moro. Hen und Noah Frank haben das NoNa-System für geschlechtsneutrales Entwickelt. Dieses System, das die beiden nach wie vor weiterentwickeln, hat das Ziel, einen Beitrag zur Sichtbarmachung von geschlechtsdiversen, genderqueeren, agender und/oder nicht-binären Menschen in der deutschen Sprache zu leisten. Mit dem NoNa-System schaffen sie ein Angebot, grammatikalische Kategorien, die seit jeher von Binarität geprägt sind, neu zu denken, zu überarbeiten und zu ergänzen.
Wer sich auf dieses Angebot einlässt, erkennt rasch, wie stark Gender- bzw. Geschlechtskategorien in die deutsche Sprache eingewoben sind und dadurch viele Menschen unsichtbar gemacht werden. Sprache kann somit unser Denken beschränken oder erweitern und ist absolut wichtig für gesellschaftliche Veränderungen.

Über das NoNa-System könnt ihr euch über die Website www.geschlechtsneutralesdeutsch.com informieren.

Wenn ihr euch noch weiter über das Thema nichtbinäres Geschlecht informieren möchtet, dann empfehle ich euch das Nichtbinär-Wiki – dort könnt ihr euch umfangreich in das Thema einlesen.

HA015 Buchbesprechung - Politisch aktiv sein und bleiben

Timo Luthmann hat 2018 das deutsche Standardwerk zu nachhaltigem Aktivismus veröffentlicht. In dem über 400 Seiten starken Werk gibt es viel zu entdecken. Elisabeth und ich geben einen kleinen Ein- und Überblick zum Buch und nehmen es zum Anlass uns noch eigene Gedanken zu nachhaltigem Aktivismus zu machen.

Weiterführende Links:
Timo Luthmann – Politisch aktiv sein und bleiben
Timo Luthmanns Blog

HA014 Klimaaktivismus in der Krise?

Nach einer viiiiiiiiieeeeel zu langen Sommerpause melde ich mich endlich wieder mit einer neuen Folge zurück!
Ich war zu Gast in der Sendung „Apfelbaumgespräche“ des oberösterreichischen Mitmach-Fernsehsenders Dorf TV. In der Sendung habe ich mit den Aktivistinnen Bernhard und Clara darüber gesprochen wo die Klimagerechtigkeitsbewegung im Herbst 2020 steht.


Wenn euch der Audiomitschnitt nicht reicht, findet ihr hier die Videoaufzeichnung:
https://dorftv.at/video/34257

HA013 Zur Gewaltfrage

Am 25. Mai 2020 starb der schwarze US-Amerikaner George Floyd in Folge von massiver Polizeigewalt. Als Folge begann in den USA eine neue Protestwelle gegen Polizeigewalt und Rassismus, in der es zu Gewaltanwendungen von Seiten der Protestierenden kam.
Gerade über das Wochenende vom 26.05. – bis zum 31.05. wurde in den (Sozialen) Medien heftig darüber gestritten, ob diese Protestformen legitim sind oder nicht (z.B. nachzulesen auf Twitter unter #blacklivesmatter und #alllivesmatter).

Ich greife diese aktuelle und zugleich sehr alte Debatte auf, um die Gewaltfrage zu diskutieren. Hierbei beleuchte ich zwei Bereiche getrennt: 1) Bewertung von Protesten, an denen man nicht (unmittelbar) beteiligt ist; 2) Umgang mit Gewalt in der ‚eigenen‘ Bewegungen.

Mir ist klar, dass dies ein sehr polarisierendes Thema ist, zu dem es sehr verschiedene Positionen gibt. Ich habe mich bemüht, meine Positionen gut zu begründen und nachvollziehbar zu machen. Eure Sichweise könnt ihr gerne als Kommentar unter der Folge posten oder an joschka@homo-activus.org mailen. Ich greife das dann gerne nächstes mal auf!

Videos und Texte

Buchempfehlungen

HA012 Wo steht die Klimagerechtigkeitsbewegung?

In dieser Folge befasse ich mich mit der Frage, wo die Klimagerechtigkeitsbewegung gerade steht und was das im Kontext der parallel laufenden Corona-Krise bedeutet.

Für meine Einschätzung stütze ich mich auf das Konzept des Movement Action Plans (MAP) nach Bill Moyer. Der Lebenszyklus einer erfolgreichen Bewegung besteht demnach klassischerweise aus 8 Phasen,. Die Protestbewegung ist während ihrer Stadien mit unterschiedlichem Ausmaß von öffentlicher Wahrnehmung (Linie 1); Öffentlichem Widerstand (Linie 2) und öffentlicher Unterstützung (Linie 3) konfrontiert. Der typische Verlauf sieht ist in der Grafik gut zu erkennen:

Movement Action Plan nach Bill Moyer

Denkt man die aktuelle Situation der Klimagerechtigkeitsbewegung mit der aktuellen Koronakrise zusammen, öffnet sich der Blick für strategische Ausrichtungen des weiteren Vorgehens in der Krise. Für künftige Entscheidungen hilft auch eine Reflektion der vergangen Wochen und Monate, da uns COVID-19 womöglich noch eine ganze Weile begleiten wird.

Weiterführende Lektüre zu diese Folge:

Materialien:

HA011 Words matter

Mit Hannah Smith vom Public Interested Research Center (PIRC) spreche ich über die Bedeutung von Storytelling und Framing für sozialen Wandel. Dabei besprechen, wir was Framing bedeutet, warum Storytelling wichtig ist und wie es für unsere aktivistische Arbeit genutzt werden kann. Unten habe ich auch kostenfreie Arbeitsmaterialien von PIRC verlinkt, die bei der eigenen Kampagnenarbeit helfen können.
Das Interview entstand Ende 2019 während meines Besuchs des katalansichen Trainingscenters Ulex.

Da das Interview auf Englisch geführt wurde, habe ich das Framingkonzept hier nochmal in groben Zügen auf Deutsch dargelegt:

Framing meint den Prozess von Verknüpfung von Wörtern mit Bedeutungen. Diese Verknüpfungen können dabei von Mensch zu Mensch verschieden sein. So denken beim Stichwort Auto unterschiedliche Menschen wahrscheinlich an Verschiedenes. Für manche ist ein Auto ein Statussymbol, während es für andere womöglich ein Gefühl von Freiheit verkörpert. Wieder andere sehen darin eine Gefahr für die Umwelt. Sobald das Stichwort ‚Auto‘ fällt, wird also von verschiedenen Menschen verschiedenes damit assoziiert und verschiedene Gefühle abgerufen.
Während diese Bedeutungsrahmen (Frames) von Person zu Person sehr verschieden sein können, gibt gesamtgesellschaftlich durchaus Assoziationen die in Gewissem Maße verallgemeinerbar sind. So dürfte beispielsweise das Wort ‚Krise‘ für die Mehrheit der Menschen etwas bedrohliches bedeuten, das abgewandt werden sollte. Ein Wort wie ‚Wärme‘ hat in unserem Sprachgebrauch dahingegen überwiegend positive Bedeutungen: ‚Wärme‘ bedeutet in der Regel Schutz, Wohlbefinden und wird ausschließlich positiv besetzt (bspw. wird jemandem warm ums Herz). Ein bewusster Umgang mit diesen Frames bedeutet, darauf zu achten, welche Assoziationen und Gefühle Wörter hervorrufen können: Während ‚Klimaerwärmung‘ ein eher positives Bild erzeugt (z.B.: sonnigeres Wetter), assoziieren wir mit dem Wort ‚Klimakrise‘ eindeutig etwas, vor dem wir uns schützen sollten. Dabei gilt auch zu beachten, dass bei Menschen die unterbewusst erzeugten Gefühle in aller Regel mehr Einfluss ausüben, als der kommunizierte Inhalt.
Somit gilt: Words matter. Gerade bei Presseaussendungen, Bannern, Reden etc. macht es Sinn, auf die Wortwahl zu achten. Wörter, die Gefühle hervorrufen, die unserer inhaltlichen Message widersprechen, erschweren es uns zusätzlich, Informationen zu verbreiten.
Gerade im Klimakontext gibt es hierzu bereits gute Hilfestellungen, wie beispielsese das unten verlinkte Energie-Handbuch, indem konkrete Framingideen ausgearbeitet wurden. Für alle die noch tiefer einsteigen möchten, habe ich außerdem noch zwei weitere Artikel verlinkt.

Links und Materialien:

HA010 Engagieren ohne auszubrennen

Anschließend an HA09 geht es auch in dieser Folge um Psychische Gesundheit im Aktivismus. Dazu spreche ich mit Julia Reitmeier, Mitglied des Orga-Teams der Mental Health Awareness Week Vienna.
Im Gegensatz zu dem biographisch-persönlichen Zugang im Gespräch mit Martina Trepczyk, nehmen wir hier eine analytische Perspektive ein.

Was ist Mental Health eigentlich? Was genau bedeuten Stress, Trauma und Burnout? Wie begegnen uns diese Themen in aktivistischer Arbeitspraxis und wie können wir sinnvoll damit umgehen? Diesen und weiteren Fragen gehen wir nach.

Im Iso-Look 😉

Eine Auseinandersetzung mit diesen Themenaspekten halte ich für zentral, da wir in unserem politischen Engagement soziale Transformation anstreben. Da diese Veränderungen (leider) lang und hart erkämpft werden müssen, gilt es zu Fragen, wie die eigene (psychische) Gesundheit erhalten werden kann. Das ist eine Grundvoraussetzung dafür, sich nicht irgendwann unfreiwillig vom Aktivismus zurückzuziehen oder sich deprimiert abzuwenden. Wenn Aktivismus also fernab von jugendlichem Aufbegehren gedacht werden soll, müssen wir eine langfristige Perspektive einnehmen.
Dazu sollte bedacht werden, wie man sich selbst gesund hält und an und mit den psychischen Herausforderungen wächst. Da es uns unterstützt, unsere politischen Kämpfe über viele Jahre führen zu können, ist ein rücksichtsvoller Umgang mit uns selbst und anderen direkt an unsere Ziele geknüpft. Die Bewahrung (psychischer) Gesundheit ist also nicht auch wichtig, sondern ein Fundament, das Kampagnen, Aktionen etc. trägt.
Timo Luthmann spricht in diesem Zusammenhang von ‚Nachhaltigem Aktivismus‚. Sein Ansatz ist stark in das Gespräch mit Julia eingeflossen und ich hoffe, damit zum Nachdenken und zur Selbstreflektion anregen zu können.

Allgemeine Anlaufstellen falls dir nicht gut geht:

Zum Weiterlesen:


Mental Health Awareness Week Vienna (18.05. – 22.05.2020)

HA009 Aktivismus: Zwischen Stress und Lebenssinn

Mit der Filmemacherin Martina Trepczyk spreche ich über ihre Biografie, ihre (politische) Arbeit im Filmbusiness, und die persönlichen Auswirkungen eines langfristigen und intensiven politischen Engagements.

Martinas Berichte über ihre Arbeit zeigen, wie vielseitig Aktivismus sein kann. Außerdem kommen wir im Gespräch darauf, welche Folgen ein unermüdlicher Einsatz für die psychische Gesundheit haben kann.
Im Gespräch geht Martina äußerst offen mit ihren persönlichen Erfahrungen zu diesen Themenaspekten um. Aus diesem Grund möchte ich hier eine

TRIGGERWARNUNG

für diejenigen aussprechen, die selbst mit Depressionen, Burnout und Eco-anxiety etc. kämpfen. Es mag ratsam sein, wenn du dich nicht ausreichend psychisch und emotional stabil fühlst, das Interview bei der Kapitelmarke ‚Die psychischen Belastungen ihrer (aktivistischen) Arbeit‘ (Zeitmarker 00:39:02) zu beenden.

Die Veröffentlichung dieses Gesprächs liegt mehr persönlich sehr am Herzen, da ich denke, dass die hier verhandelte Problematik viele Aktivist*innen betrifft und gefährdet. Dies mag mit Empathie zusammenhängen. Sie scheint eine wichtige Rolle für aktivistische Arbeit zu spielen: Empathie motiviert, spornt an und setzt damit Energie für politisches Handeln frei. Gleichzeitig sind empathische Menschen auch in größerem Maße empfindsam und verletzlich gegenüber den Ungerechtigkeiten in dieser Welt, welche schnell einen unermüdlichen Arbeitseinsatz für Veränderung nach sich ziehen. Hierdurch drohen Mental Health-Gefahren, wie Depression oder Burnout.
Unsere politischen Kämpfe können aber nur erfolgreich sein, wenn wir sie langfristig austragen können. Dazu müssen wir anerkennen, dass wir auch uns selbst schonen müssen, um nicht auszubrennen und auf der Strecke zu bleiben. In diesem Kontext gilt es, auch eigene Maßstäbe an sich und andere kritisch zu hinterfragen. Die gesamte Problematik kann ich in diesem einen Beitrag freilich nicht vollumfassend behandeln. Ich sehe dieses Gespräch daher als kleinen Anstoß zum nachdenken. Wer tiefer in das Thema eintauchen möchte, wird bspw. in dem unten empfohlenen Buch von Timo Luthmann fündig.

Links und Empfehlungen: