HA011 Words matter

Mit Hannah Smith vom Public Interested Research Center (PIRC) spreche ich über die Bedeutung von Storytelling und Framing für sozialen Wandel. Dabei besprechen, wir was Framing bedeutet, warum Storytelling wichtig ist und wie es für unsere aktivistische Arbeit genutzt werden kann. Unten habe ich auch kostenfreie Arbeitsmaterialien von PIRC verlinkt, die bei der eigenen Kampagnenarbeit helfen können.
Das Interview entstand Ende 2019 während meines Besuchs des katalansichen Trainingscenters Ulex.

Da das Interview auf Englisch geführt wurde, habe ich das Framingkonzept hier nochmal in groben Zügen auf Deutsch dargelegt:

Framing meint den Prozess von Verknüpfung von Wörtern mit Bedeutungen. Diese Verknüpfungen können dabei von Mensch zu Mensch verschieden sein. So denken beim Stichwort Auto unterschiedliche Menschen wahrscheinlich an Verschiedenes. Für manche ist ein Auto ein Statussymbol, während es für andere womöglich ein Gefühl von Freiheit verkörpert. Wieder andere sehen darin eine Gefahr für die Umwelt. Sobald das Stichwort ‘Auto’ fällt, wird also von verschiedenen Menschen verschiedenes damit assoziiert und verschiedene Gefühle abgerufen.
Während diese Bedeutungsrahmen (Frames) von Person zu Person sehr verschieden sein können, gibt gesamtgesellschaftlich durchaus Assoziationen die in Gewissem Maße verallgemeinerbar sind. So dürfte beispielsweise das Wort ‘Krise’ für die Mehrheit der Menschen etwas bedrohliches bedeuten, das abgewandt werden sollte. Ein Wort wie ‘Wärme’ hat in unserem Sprachgebrauch dahingegen überwiegend positive Bedeutungen: ‘Wärme’ bedeutet in der Regel Schutz, Wohlbefinden und wird ausschließlich positiv besetzt (bspw. wird jemandem warm ums Herz). Ein bewusster Umgang mit diesen Frames bedeutet, darauf zu achten, welche Assoziationen und Gefühle Wörter hervorrufen können: Während ‘Klimaerwärmung’ ein eher positives Bild erzeugt (z.B.: sonnigeres Wetter), assoziieren wir mit dem Wort ‘Klimakrise’ eindeutig etwas, vor dem wir uns schützen sollten. Dabei gilt auch zu beachten, dass bei Menschen die unterbewusst erzeugten Gefühle in aller Regel mehr Einfluss ausüben, als der kommunizierte Inhalt.
Somit gilt: Words matter. Gerade bei Presseaussendungen, Bannern, Reden etc. macht es Sinn, auf die Wortwahl zu achten. Wörter, die Gefühle hervorrufen, die unserer inhaltlichen Message widersprechen, erschweren es uns zusätzlich, Informationen zu verbreiten.
Gerade im Klimakontext gibt es hierzu bereits gute Hilfestellungen, wie beispielsese das unten verlinkte Energie-Handbuch, indem konkrete Framingideen ausgearbeitet wurden. Für alle die noch tiefer einsteigen möchten, habe ich außerdem noch zwei weitere Artikel verlinkt.

Links und Materialien:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.